Kummer – Premiere in Meck-Pomm
Willkommen Mecklenburg-Vorpommern auf Landlinse. Hat auch nur über ein Jahrzehnt gedauert. Aber hey, immerhin noch vor Rheinland-Pfalz, Sachsen und dem Saarland. Diese Bundesländer sind ab sofort die letzten drei, die noch mit keinem Beitrag auf unserem Landleben-Reiseblog vertreten sind. Oh, und die beiden Stadtstaaten Hamburg und Berlin. Die müssen wir auch noch irgendwie einschmuggeln. Doch jetzt erst einmal zurück nach Meck-Pomm. Als erste Ortschaft hier im Nordosten Deutschlands haben wir Kummer auserkoren. Unsere ursprüngliche DNA der kuriosen Ortsnamen wird uns garantiert noch lange erhalten bleiben.
Kummer ist ein Ortsteil der Stadt Ludwigslust im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Wie die Ortschaft mit ihren derzeit rund 430 Einwohnern zu ihrem Namen gekommen ist, darüber gibt es geteilte Meinung. Fangen wir mit der Sage an. Vor mehr als 600 Jahren stand in der Nähe von Kummer eine Burg. Hier hausten ein halbes Jahr lang die Belagerer der Burg Glaisin. Aus Ärger darüber, dass der Feldherr die Burg Glaisin nicht erobern konnte, nannte er den Ort „Kummer“. Wann, wie, wo die Burg Kummer erbaut und wieder zerstört wurde, lässt sich historisch und archäologisch nicht eindeutig belegen.
Eine Ortschaft der Mücken
Nun zur zweiten Variante der Namensfindung. Im Jahre 1406 wurde Kummer – von der Form her ein Haufendorf – erstmals urkundlich erwähnt. Die Gegend mit ihren Sumpf- und Waldgebieten war eine ideale Brutstätte für Mücken. Die Slawen waren bekannt dafür, ihre Orte nach Tieren oder Pflanzen zu benennen. Und so wurde im Laufe der Zeit aus dem slawischen Wort „Komar“ für Mücke die Ortsbezeichnung Kummer. Das sich die heutige Ortschaft mit dieser Geschichte identifiziert, zeigt sich auch an dem Ortseingangs-Stein der Gemeinde Kummer. Darauf sitzt eine gigantische Mücke in Form einer Metall-Skulptur. Gleich nebenan befindet sich der Bürgerpark mit Holzbrücke, Blumengärten und Insektenhotel. So wird man am Eingang einer Ortschaft doch gerne begrüßt.
Die Gemeinde hat auch eine Sehenswürdigkeit zu bieten. Die Windmühle Kummer. Dabei handelt es sich um eine Turmholländer-Windmühle. Erbaut um 1880. Sie steht in der – wie sollte es anders sein – Mühlenbergstraße. Das Besondere an der Windmühle Kummer: ein gemauerter runder Turm auf einem achteckigen Sockelgeschoss. Eine für den Norden Deutschlands eher ungewöhnliche Bauweise. Die Mühle ist seit 1883 im Familienbesitz und gehört heute zum Sägewerk Höppner. Im Jahr 2005 fand eine umfangreiche, äußerliche Restaurierung statt. Die könnte auch der Trabant mal vertragen, der in einem Unterstand neben der Mühle steht. Der setzt nämlich schon Moos an.





























