Sudwalde – Ganz nah am Mega-Raupenkran
Es gibt alle möglichen Gründe, die uns in eine bestimmte Ortschaft locken. Das können kuriose Ortsnamen sein oder wir sind mal eben auf der Suche nach den Mittelpunkten Deutschlands. Oder einfach nur, weil es für uns nach einem schmucken, gemütlichen Ort im Nirgendwo aussieht. Die Gemeinde Sudwalde im Landkreis Diepholz tanzt da ein bisschen aus der Reihe. Denn hier lag der Grund für unseren Besuch etwas außerhalb der Ortschaft. Um genau zu sein, stand. Um noch genauer zu sein, ragte 220 Meter in die Höhe. Die Rede ist vom Liebherr LR 11000 Mega-Raupenkran. Der war gerade dabei, nördlich von Sudwalde ein Windrad aufzubauen.
Wir lassen an dieser Stelle jetzt einfach mal die ganzen phänomenalen, technischen Eigenschaften weg. Schließlich wollen wir ja noch zur Ortschaft Sudwalde kommen. Nur so viel, das Ding ist gigantisch. Ach ja, falls hier die Baustellenfirma mitliest, die für das Areal verantwortlich ist: Falls an dem Tag unseres Besuchs der Alarm aufgrund unbefugten Betretens der Baustelle angegangen sein sollte und auf den Videoaufnahmen ein Typ mit einem 4 Jahre alten Liebherr-LR-11000-Bewunderer an der Hand zu sehen ist, die sich beide den gigantischen 2,5 Meter hohen Ketten nähern – das muss wer anders gewesen sein.
Schmucke Backsteingebäude und Fachwerkhäuser
Schnell auf nach Sudwalde. Wir befinden uns hier am Südostrand des Naturparks Wildeshauser Geest. Wem das verständlicherweise überhaupt nichts sagt, das ist ungefähr in der Mitte zwischen Bremen und Minden. Die Ortschaft macht auf uns einen sehr einladenden, gemütlichen und schmucken Eindruck. Sehr viele schöne alte Backsteingebäude. Eine Lufttankstelle für Fahrräder. Gleich nebenan eine Bücherzelle. Nochmal ein paar Meter weiter ein paar Holzbänke und ein Holztisch zum Verweilen. Mit Blick auf die Felder, Wiesen und Windkraftanlagen.
Zu den Gebäuden, die besonders hervorzuheben sind und unter die Kategorie Baudenkmäler fallen, gehören zum einen die evangelische Kirche – eine frühgotische Saalkirche aus dem 13. Jahrhundert – und die Windmühle Sudwalde. Die Galerie-Holländerwindmühle soll um 1881 erbaut worden sein und wird heute als Wohnhaus genutzt. Besonders in Erinnerung bleibt uns aber das Heuerlinghaus Sudwalde, auch Heuerhaus genannt. Stammt aus dem 18. Jahrhundert und wird seit 2001 als Dorfgemeinschaftshaus genutzt. Das Gebäude hat ein Fachwerk mit reetgedecktem Krüppelwalmdach, Steinausfachungen, Niedersachsengiebel mit Uhlenloch und niedersächsischen Pferdeköpfen. Was immer all das auch zu bedeuten hat. Als ungelernte Architekten beschreiben wir es als schön saniertes, historischen Gebäude. Ein Hingucker. Wie auch die Ortschaft im Ganzen.






















